Für alle statt für wenige


Solidarität zur Bewältigung der Folgen des Klimawandels

Von thomasnoack, 24. Oktober 2021

Carte Blanche in der Volksstimme vom 26.7.2021

Die Hochwasser und Unwetter der vergangenen Wochen sind mir, während ich diese Carte Blanche schreibe, noch sehr präsent. An vielen Orten sind wir glücklicherweise verschont geblieben oder zumindest glimpflich davongekommen. An anderen Orten haben Menschen ihr Hab und Gut, ihr Zuhause oder sogar ihr Leben verloren.

Nicht erst seit dem Klimawandel sind wir in den Tälern der Region immer wieder von Hochwassern betroffen. So zeigt zum Beispiel eine Mahntafel an einem Haus an der Haupstrasse in Ziefen den Stand des Hochwassers der Hinteren Frenke vom 30. Juni 1855 an – knapp zwei Meter über dem Niveau der heutigen Haupstrasse. Die Statistik der letzen Jahre zeigt nun aber nicht nur eine Zunahme der Hitzesommer, sondern auch eine Zunahme der lokalen Starkniederschläge und in der Folge auch der Hochwasser. Wir erleben in den letzen Wochen ganz lokal schon jetzt die Folgen der globalen Klimaerwärmung. Mit ihrer Bewältigung müssen wir als Gesellschaft einen verantwortlichen und solidarischen Umgang finden.

Der Schutz von Menschen und Sachwerten vor Naturgefahren ist eine Aufgabe zu der die öffentliche Hand, die privaten und institutionellen Hauseigentümer*innen und die Versicherungen in Zukunft solidarisch ihren Beitrag leisten müssen. So wird derzeit in der Umweltschutz- und Energiekommission des Landrats die Vorlage zum Hochwasserschutz für die Stadt Laufen beraten. Sie sieht Investitionen des Kantons bzw. der Steuerzahler*innen in der Höhe von 62 Mio. CHF in bauliche Massnahmen an der Birs vor. Eine weitere wichtige Massnahme ist die Ausscheidung des Gewässerraums entlang unserer Flüsse und Bäche. Mit dieser Massnahme, zu der die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag leistet, geht es nicht nur um den Erhalt von Naturwerten am Gewässer, sondern vor allem auch darum, dass die Gewässer mehr Raum bekommen. Der zusätzliche Raum, der den Gewässern zur Verfügung steht, kann das Wasser zurückhalten und den Abfluss bremsen und so Hochwasserspitzen abschwächen. Nicht zuletzt stehen aber auch die privaten und institutionellen Bauherr*innen in der Pflicht, ihre Bauten so weit als möglich mit baulichen Massnahmen gegen Hochwasserschäden zu schützen. Eine gute Übersicht über mögliche Objektschutzmassnahmen gibt die Internetseite www.schutz-vor-naturgefahren.ch.

Und wenn es dann zu Hochwasserereignissen und Schäden kommt, bin ich dankbar zu wissen, dass wir auf die bewährte Gebäudeversicherung zählen können, bei der die Schäden versichert sind. Die kantonale Gebäudeversicherung ist ein Modell der Solidarität über eine Versicherungslösung, zu der alle Hausbesitzer*innen ihren Beitrag leisten. Und im Ereignisfall stehen uns dann auch noch die ausgebildeten Feuerwehren und Zivilschutzkompanien zur Seite. Mein Dank geht an alle Frauen und Männer, die in diesen wichtigen Institutionen einen wertvollen Dienst an der Gemeinschaft leisten.

Wir alle haben zur Klimaerwärmung beigetragen. Nun ist es auch unsere Pflicht, die Folgen als Gesellschaft solidarisch miteinander zu bewältigen.

Thomas Noack, Landrat SP, Bubendorf