Für alle statt für wenige


  • Am 13. Juni kann die Schweiz einen ersten Schritt für eine soziale, gerechte und längst notwendige Energiewende machen. Mit dem neuen C02-Gesetz pflanzen wir die ersten wichtigen Samen einer klimagerechten Zukunft. Weitere müssen danach folgen – allen voran braucht es einen sozialen und ökologischen Finanzplatz.

    Um die Lebensgrundlage für kommende Generationen zu erhalten, müssen wir dringend wegkommen von den fossilen Energien. Das geht nur mit einem Umbau von Gesellschaft und Wirtschaft. Das neue CO2-Gesetz stellt dafür die Instrumente und die finanziellen Mittel zur Verfügung. Statt Erdöl zu kaufen, investieren wir in neue Technologien und in Gebäudesanierungen.

    Wird das CO2-Gesetz abgelehnt, verlieren wir entscheidende Jahre im Kampf gegen die Klimakrise. Das können wir uns nicht leisten. Deshalb lancieren wir heute unseren Abstimmungskampf. Unser Ziel ist ambitioniert: Im Juni sollen die Balkone und Gärten der Schweiz rot blühen. Damit machen wir klar: Viele tausend Menschen stehen gemeinsam für unsere Zukunft ein. Kannst du uns dabei helfen?Wir schicken dir Blumensamen nach Hause, die du ganz einfach einpflanzen kannst, im Garten, auf dem Balkon oder auf dem Fenstersims.

    Ich bestelle eine kostenlose Samentüte

    Gemeinsam können wir die Schweiz und unsere Zukunft blühen lassen!

    Vielen Dank für deine Unterstützung.

    Mit herzlichen Grüssen
    Mattea Meyer und Cédric Wermuth, Co-Präsidium SP Schweiz

  • Carte Blanche Volksstimme vom 7. Januar 2021

    Eines der häufig gehörten Schlagwörter im vergangenen Jahr war das „Neue Normal“. Dazu habe ich viele Artikel über das Arbeiten im Home Office gelesen. Dies wird, so vermute ich, eine der sichtbarsten Veränderungen für unseren Berufsalltag nach Corona sein. Nicht zuletzt werden wir deshalb darüber nachdenken müssen, wie zukünftig ein Wohnungsangebot aussehen muss, das diesen veränderten Bedürfnissen gerecht wird.

    In Bezug auf das „Neue Normal“ beschäftigt mich aber vor allem die Frage, was wir aus der Krise lernen und wie wir diese Erkenntnis nutzen um unsere Zukunft nachhaltiger zu gestalten. Oder wie es Emanuel Rahm, der erste Stabschef von US-Präsident Barack Obama, angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 ausgedrückt hat: „Man sollte eine schwere Krise nicht verschwenden. Es ist die Gelegenheit, Dinge zu tun, die vorher nicht möglich waren.“

    Zuletzt hat mich der Weitblick der spanischen Aussenministerin Arancha González beeindruckt. Im Dezember hat sie in einem Interview mit Radio DRS erläutert, wie sie die Gelder aus dem EU-Hilfsfonds für eine Wandlung der Wirtschaft einsetzen möchte: die Wirtschaft digitalisieren, loskommen von der Kohleenergie hin zu nachhaltiger Energie, Gleichstellung von Mann und Frau fördern und die Bekämpfung der Armut.
    Ihr geht es nicht um eine möglichst rasche Rückkehr zum Zustand vor Corona. Nein, Spanien lernt aus der Krise und investiert in wirtschaftliche Entwicklungen die zukunftsorientiert sind.

    Und wie gehen wir hier mit dieser Gelegenheit zum Umdenken – dem Weg zum „Neuen Normal“ – um? Ich habe den Eindruck, dass wir uns immer noch zu einseitig an dem, was gestern gut funktioniert hat, orientieren. Dabei könnte die Krise ein Treiber von neuen zukunftsweisenden Lösungen sein.

    Als kritischer Wirtschaftsfaktor in der Corona-Krise hat sich die starke Abhängigkeit von der globalen Arbeitsteilung und den globalen Lieferketten herausgestellt. Hier ist ein Umdenken angesagt, hin zu einer kleinräumigeren breit abgestützten Wirtschaft mit vermehrter lokaler Produktion, die mit einer lokalen Wertschöpfung einhergeht.

    Das notwendige Umdenken bietet sich auch dazu an, den Klimaschutz als wirtschaftliche Chance zu nutzen. Klima und Umweltschutz sind die Treiber für eine nachhaltige Wirtschaft und zukunftsfähige Jobs. „Erneuerbare Energien sind deutlich beschäftigungsintensiver als herkömmliche Branchen. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsförderung, DIW, rechnet mit rund 800.000 neuen Jobs in den nächsten zehn Jahren – vorausgesetzt, die Regierung investiert jetzt mutig in Zukunftstechnologien. Bis jetzt ist eine konsequente Neuausrichtung der Wirtschaft auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung leider ausgeblieben. Dabei ist effektiver Klimaschutz eine riesige wirtschaftliche Chance“, schreibt Claudia Kemfert. Sie leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin.

    Welche Wirtschaftszweige bieten unter diesen Gesichtspunkten nach Corona eine Chance für eine zukünftige Wirtschaftsentwicklung in der Region? Die Ansiedlung und gezielte Förderung von innovativen Betrieben im Bereich des Klimaschutzes muss für das Baselbiet ein neues Standbein werden.

    Ich wünsche uns allen ein hoffnungsvolles 2021 – auf dem Weg zu einem nachhaltigen „Neuen Normal“.

    Dazu habe ich einen Vorstoss eingereicht: Nachhaltiges Impulsprogramm für die Wirtschaft im Baselbiet nach Corona

    Thomas Noack, Landrat SP, Bubendorf

  • Carte blanche in der Volksstimme vom 9. Juni 2020

    Eigentlich wollte ich in dieser Carte Blanche nicht über Corona schreiben. Dennoch bilden meine Erfahrungen und Wahrnehmungen während der Zeit des Lockdowns den Anlass für das Thema meines Beitrags. Ich bin in dieser Zeit, wie viele andere auch, viel öfter spazieren gegangen und habe dabei die Strassen und Wege in meiner Umgebung viel bewusster wahrgenommen. Was macht eigentlich den Strassenraum unserer Dörfer und Zentren zu Orten, an denen ich mich gerne aufhalte oder wo ich gerne zu Fuss unterwegs bin?
    In meiner Wahrnehmung sind es Eigenschaften wie Vielfalt, Abwechslung, schön und unterschiedlich gestaltete Vorgärten, Vogelgezwitscher, Düfte, Farben, oder auch schattenspendende Bäume und Sträucher. Für mich attraktiv sind zudem offen und verschiedenartig gestaltete Räume, die den eintönigen Strassenraum erweitern. Und wenn ab und zu ein Platz mit einem Brunnen oder einem Bänkli zum Sitzen und zum Plaudern mit Bekannten oder auch Fremden einlädt – um so besser.

    Und wie sieht die Realität des Strassenraums in unseren Dörfern aus? Hat er Sie zum Spazieren, zum Entdecken oder gar zum Verweilen eingeladen? Spricht er Ihre Sinne an? Oder dient er vor allem der Durchfahrt des Verkehrs und, wenn es hoch kommt, mit einem Trottoir auch noch der Sicherheit der Fussgänger?

    Seit mehr als 40 Jahren befasst sich der bekannte dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl damit, Plätze, Strassen, ja ganze Stadtviertel zum Wohle der Bewohner neu- oder umzugestalten. Sein wichtigster Grundsatz für die Analyse und die Massnahmen der Stadtplanung ist das „menschliche Mass“: der Stadtraum muss, statt aus einem fahrenden Auto heraus, mit der Geschwindigkeit eines Fussgängers erlebt werden. Es ist beeindruckend, wie sich mit gezielten Gestaltungsmassnahmen aus der Perspektive der Fussgänger gewisse grosse Städte wie z.B. Kopenhagen oder Melbourne oder einzelne Quartiere etwa in Paris oder Berlin in den vergangenen Jahren zu attraktiven Orten der Begegnung entwickelt haben. Sie sind heute deutlich interessanter und viel belebter als noch vor einigen Jahren. Persönliche Treffen in der Stadt und das Kennenlernen „von Angesicht zu Angesicht“ bieten unerwartete Erlebnisse und machen die Städte als Orte der Begegnung attraktiv.

    Was für die grossen Städte dieser Welt gilt, gilt im kleinen auch für die Zentren und Dörfer des Baselbiets. Die neu gestaltete Rathausstrasse in Liestal mit den Strassenkaffés und dem samstäglichen regionalen Genussmarkt als Begegnungsort könnte man ebenfalls als Beispiel anführen.

    Es besteht aber, wie die Wahrnehmungen anlässlich meiner Spaziergänge zeigen, auch noch einiges Verbesserungspotential. Ich denke da vor allem an die Gestaltung des Strassenraums in unseren Wohnquartieren, und meine damit nicht nur die öffentliche Strasse und das Trottoir, sondern bewusst auch die privaten Vorgärten zwischen den Häusern und der Strasse.

    Ich schliesse mit der Aufforderung von Jan Gehl: „Sorgt gut für die Menschen und das Leben zwischen den Häusern“

    Dazu habe ich einen Vorstoss eingereicht: Massnahmen zur Reduktion der lokalen Hitzeentwicklung in dicht besiedelten Ortschaften

    Thomas Noack, Landat SP-Bubendorf